Lernen durch Machen mit 3D-Druck und Lasercutter

Mobiles Makerspace bringt Zukunftstechnologien an die Hartmann-Baumann-Schule

Wie entsteht eigentlich ein Gegenstand aus dem 3D-Drucker? Und wie schafft es ein Laser, einen Namen präzise in Holz zu gravieren?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Kinder der Robotik-AG der Hartmann-Baumann-Schule bei einem besonderen Workshop mit dem mobilen Makerspace des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg.

Das mobile Makerspace ist ein Angebot des Landesmedienzentrums, das moderne digitale Fertigungstechniken direkt an Schulen bringt. Anstatt dass Schülerinnen und Schüler weite Wege zu einem Techniklabor zurücklegen müssen, kommen die Geräte und das Fachpersonal in die Schule.

Ziel ist es, Kindern neue Technologien auf praktische Weise zugänglich zu machen und sie zum eigenen Ausprobieren und kreativen Gestalten zu ermutigen.

Im Mittelpunkt steht dabei das Lernen durch eigenes Handeln. Die Kinder erleben digitale Technik nicht nur als Anwender, sondern entwickeln eigene Ideen und setzen diese selbst um.

Für die Schülerinnen und Schüler der Robotik-AG war dies eine besondere Gelegenheit. Exklusiv für sie verwandelte sich der Musikraum der Schule für einen Vormittag in eine moderne Kreativwerkstatt.

Das Team des Medienzentrums hatte dafür unter anderem mehrere großformatige 3D-Drucker sowie einen Lasercutter mitgebracht.

Vom digitalen Entwurf zum eigenen Lesezeichen

Henning Müller vom Medienzentrum führte die Kinder zunächst in die Grundlagen des 3D-Drucks ein. Anschaulich erklärte er, wie aus einer digitalen Vorlage Schicht für Schicht ein dreidimensionaler Gegenstand entsteht.

Einige Kinder konnten dabei bereits eigenes Wissen einbringen.

Anschließend durften die Kinder selbst kreativ werden. Mit einer speziellen App auf dem iPad gestaltete jedes Kind sein persönliches Lesezeichen. Zunächst wurde die Größe der Vorlage angepasst. Danach musste der eigene Name auf dem Lesezeichen platziert werden.

Dabei war genaues Arbeiten gefragt, denn der Schriftzug sollte auf dem fertigen Lesezeichen leicht erhöht erscheinen. Dafür musste die richtige Höhe eingestellt werden.

Ebenso wichtig war die genaue Ausrichtung des Namens. Der Schriftzug durfte weder zu hoch noch zu weit am Rand liegen und musste mit dem Lesezeichen verbunden sein, damit später alles korrekt gedruckt werden konnte.

Wo Unterstützung nötig war, half das Team des Medienzentrums geduldig weiter, erklärte die einzelnen Arbeitsschritte verständlich und zeigte den Kindern, wie sie mögliche Fehler selbst erkennen und beheben konnten.

Nachdem die Entwürfe fertig waren, wurden sie per AirDrop an das mit den 3D-Druckern verbundene iPad von Henning Müller gesendet.

Zum Schluss durfte jedes Kind noch die Farbe auswählen, in der das eigene Lesezeichen gedruckt werden sollte.

Dann begann der spannendste Teil. Die 3D-Drucker setzten die digitalen Entwürfe Schicht für Schicht in echte Gegenstände um. Die Kinder konnten den gesamten Herstellungsprozess unmittelbar verfolgen und beobachten, wie aus dünnen Kunststofffäden nach und nach ihr persönliches Lesezeichen entstand.

Mit großer Neugier verfolgten sie jeden einzelnen Arbeitsschritt und warteten gespannt auf das fertige Ergebnis. Entsprechend groß war die Freude, als sie schließlich ihr selbst entworfenes und personalisiertes Lesezeichen in den Händen hielten.

Eigene Holzgravur mit dem Lasercutter

Während die 3D-Drucker arbeiteten, konnten die Kinder eine zweite Technik kennenlernen. Gemeinsam mit Markus Purkart vom Medienzentrum gestalteten sie eine persönliche Gravur mit dem Lasercutter.

Dafür standen vorbereitete Holzplättchen in Herzform oder als Fußball zur Auswahl, passend zur Fußball-Weltmeisterschaft. Zunächst wurde das Holzplättchen mittig in die Maschine gelegt. Anschließend fotografierten die Kinder es mit dem iPad.

Auf dem entstandenen Bild schrieben sie ihren Namen und positionierten ihn an der gewünschten Stelle. Nach einem letzten Kontrollblick genügte ein Knopfdruck und der Laser begann seine Arbeit. Innerhalb weniger Augenblicke wurde der Name sauber und präzise in das Holz eingraviert.

Auch hier war der Herstellungsprozess für die Kinder besonders faszinierend. Sie konnten Schritt für Schritt beobachten, wie der Laser die Gravur entstehen ließ und nahmen am Ende ein weiteres selbst gestaltetes Werkstück mit nach Hause.

Begeisterung für Technik wecken

Das Team des Medienzentrums mit Henning Müller, Markus Purkart, Ulrike Werner sowie dem FSJ-Mitarbeiter Levi Häußer verstand es hervorragend, die moderne Technik kindgerecht und verständlich zu vermitteln.

Mit viel Geduld beantworteten sie Fragen, unterstützten die Kinder bei ihren Arbeitsschritten und schufen eine Atmosphäre, in der eigenes Ausprobieren ausdrücklich erwünscht war.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten während der gesamten Workshops mit großer Motivation und viel Freude. Sie erfuhren, dass digitale Technologien weit mehr sind als Computer oder Tablets.

Sie können eigene Ideen entwickeln, digitale Entwürfe erstellen und erleben unmittelbar, wie daraus reale Gegenstände entstehen.

Der Besuch des mobilen Makerspace war damit weit mehr als ein spannender Projekttag. Er vermittelte den Kindern auf anschauliche Weise wichtige Kompetenzen für die digitale Welt und zeigte ihnen, wie viel Kreativität, Präzision und Teamarbeit hinter modernen Fertigungstechniken stecken.

Die selbst gestalteten Lesezeichen und die gravierten Holzplättchen werden die Kinder noch lange an diesen besonderen Vormittag erinnern.