„Schule statt Fabrik“

Im evangelischen Religionsunterricht der Klassen 4a und 4b der Hartmann-Baumann-Schule stand in diesem Schuljahr die Sternsingeraktion 2026 unter dem Motto „Schule statt Fabrik“ im Mittelpunkt.

Zu Beginn setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem biblischen Text über die Heiligen Drei Könige auseinander, die in der Bibel auch als Weise oder Sterndeuter bezeichnet werden. Die Kinder erfuhren, wie die Könige dem Stern folgten, Geschenke brachten und damit bis heute ein Zeichen von Hoffnung, Nächstenliebe und Solidarität setzen.

Wer sind die Sternsinger?

Anschließend wurden die Sternsinger genauer vorgestellt. Die Kinder lernten, was Sternsinger sind, woher diese Tradition stammt und warum Kinder jedes Jahr um den Jahreswechsel von Haus zu Haus ziehen.

Ein besonderer Fokus lag auf dem Segensspruch 20 C+M+B 26, der an viele Haustüren geschrieben wird. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“. Gleichzeitig verweisen sie auf das Jahr 2026.

Persönliche Einblicke: Sternsinger aus der Klasse berichten

Zwei Kinder aus der Klasse berichteten von ihrem eigenen Einsatz als Sternsinger in Hockenheim. Sie erzählten von ihren Erlebnissen, vom gemeinsamen Singen, vom Sammeln der Spenden und davon, wie schön es ist, anderen Menschen eine Freude zu machen und gleichzeitig Kindern in Not zu helfen.

Filmische Eindrücke: „Willi in Bangladesch“

In einer weiteren Religionsstunde sahen die Klassen den Film „Willi in Bangladesch“, den Begleitfilm zur diesjährigen Sternsingeraktion.

Willi Weitzel, bekannt aus der Kindersendung „Willi wills wissen“, reist darin nach Bangladesch und zeigt eindrücklich die Lebensbedingungen von Kindern, die dort arbeiten müssen, anstatt zur Schule zu gehen.

Kinderarbeit am Beispiel von Tazim

Im Film begleitet Willi unter anderem den 12-jährigen Tazim. Tazim arbeitet täglich von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr in einer Werkstatt, in der Aluminiumtöpfe hergestellt werden. Dabei arbeitet er barfuß, ohne Schuhe, was eine große Verletzungsgefahr mit sich bringt.

Für 11 Stunden Arbeit verdient er am Tag 200 Taka, das sind umgerechnet etwa 1,50 Euro.

Mit zehn Jahren musste Tazim anfangen zu arbeiten. Zuvor ging er zur Schule, doch seine Familie ist so arm, dass sie auf sein Einkommen angewiesen ist. Heute kann er nur seinen Namen schreiben und auch nur wenig lesen.

Kinderarbeit weltweit – Zahlen und Ursachen

Der Film macht deutlich, dass Tazims Schicksal kein Einzelfall ist. Weltweit müssen rund 160 Millionen Kinder arbeiten, meist aus Armut.

Gründe dafür sind unter anderem:

  • Krankheiten der Eltern durch die sie nicht arbeiten und kein Einkommen erzielen können
  • Zu niedrige Löhne
  • Kriege
  • Die Folgen des Klimawandels wie Dürre

Reichtum und Armut sind weltweit sehr ungleich verteilt.

Hoffnung durch Hilfe: Die Arbeit von ARKTF

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sternsingeraktion steht die Organisation ARKTF, eine Stiftung in Bangladesch, die sich für arbeitende Kinder einsetzt.

Die ARKTF-Stiftung

  • ermöglicht Kindern den Schulbesuch,
  • stattet sie mit Schulmaterialien aus,
  • versorgt sie mit Kleidung und
  • geht direkt in Betriebe, um dort arbeitende Kinder anzusprechen und ihnen Hilfe anzubieten.

Wie wirkungsvoll diese Unterstützung ist, zeigt das Beispiel der 12-jährigen Nour, die im Film vorgestellt wird.

Vier Jahre lang konnte sie nicht zur Schule gehen. Dank der Hilfe von ARKTF besucht sie nun wieder den Unterricht und hat neue Zukunftsperspektiven.

Die Spendengelder der Sternsinger kommen direkt dieser wichtigen Arbeit zugute.

Ein sichtbares Zeichen der Solidarität

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit erhielten alle Kinder ein Segensarmband der Sternsinger mit dem Spruch „Segen bringen, Segen sein.

Das fair gehandelte Armband aus ist ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Kindern weltweit. Die Segensbändchen erscheinen jedes Jahr in neuen Farben – 2026 in Gelb und Rot.

Wer mehr wissen möchte

Wer sich noch eingehender informieren möchte, dem empfehlen wir die Homepage des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und das dort zur Verfügung gestellte Interview mit Willi Weitzel:

Interview mit TV-Reporter Willi Weitzel

1. Der erste Teil des Mottos der aktuellen Aktion Dreikönigssingen heißt ja „Kinderarbeit bekämpfen…“. Hast du Kinderarbeit in Bangladesch erlebt und gesehen?

2. Was sind die Gründe für Kinderarbeit?

3. Der zweite Motto-Teil heißt „…Bildung ermöglichen“. Wie funktioniert das?

4. Wie helfen die Sternsinger dabei, dass Kinder in die Schule gehen können?

5. Du hast viele Kinder getroffen, die arbeiten mussten, aber jetzt in die Schule gehen können. Welche Geschichte hat dich am meisten beeindruckt?

6. Wenn die Kinder kein Geld mehr verdienen, weil sie ja in die Schule gehen, woher kommt dann das Geld für die Familien?

7. Du hast dich auch mit einem Lehrer unterhalten und ihm von den Sternsingern erzählt, die in Deutschland von Tür zu Tür gehen. Was hat er dazu gesagt?

8. Welche Botschaft bringst du den Sternsingern aus Bangladesch mit?

9. Wie anstrengend ist Rikscha fahren? Und: Darf man eigentlich in einer fahrenden Rikscha stehen?

10. Was möchtest du den Sternsingerinnen und Sternsingern mit auf den Weg geben?

11. Für alle Kinder, die noch nicht Sternsingen gehen: Warum sollten sie es unbedingt mal ausprobieren?

Quellen

  • Bilder: Kindermissionswerk
  • Audio (Interview): Urte Podszuweit / Welterforscher Film und so weiter GmbH / Kindermissionswerk